Ohren – Hören – Tinnitus

Während 10 Jahren habe ich als Akustiker gearbeitet und unzählige Hörsysteme angepasst. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass ein besseres Sprachverstehen und ein angenehmes Klangerlebnis nicht allein von einer guten Hörgeräteeinstellung abhängig sind. Das Ohr, Hörgeräte, Tinnitus und die Verarbeitung von akustischen Signalen im Gehirn interessieren mich auch bei meiner neuen Tätigkeit als Kinesiologe.

TINNITUS
(Ohrgeräusch)
Symbol TinnitusEin Tinnitus ist ein einseitiges oder beidseitiges Ohrgeräusch. Grösstenteils handelt es sich um einen subjektiven Tinnitus, der sich durch Pfeifen, Surren, Rauschen, Zirpen oder ähnliches bemerkbar macht. Dieses Geräusch nimmt nur der Geschädigte selbst wahr. Die Ursache ist meist unbekannt und kann sehr verschieden sein. Beim als Symptom bezeichneten Tinnitus, ist die Ursachenfindung entscheidend. Hier gilt die Philosophie, dass jedes plötzlich auftretende Ohrgeräusch auch wieder aufgelöst werden kann.

HÖRGERÄTE (Akzeptanz und Motivation)
Symbol HoersystemEin Hörsystem soll das Sprachverstehen optimieren, Naturgeräusche besser hörbar machen und trotzdem immer angenehm zu tragen sein. Die Empfindung von akustischen Signalen und die Akzeptanz zum Tragen eines Hörsystems sind sehr individuell. Bei Hörgerätekunden ist die Haltung zur Hörhilfe entscheidend. Die zentralen Hörfunktionen, innere Blockaden gegen das Tragen eines Hörsystems, das Umfeld und gesellschaftliche Einflüsse können hier eine tragende Rolle spielen. Hinzu kommt, dass das Hörerlebnis leider nicht mehr vergleichbar ist mit dem aus jüngeren Jahren.

ZENTRALE HÖRFUNKTIONEN
Symbol Zentrale HörfunktionenFür gutes „Hören“ und Sprachverstehen ist nicht das Ohr alleine zuständig. Als erste Anlaufstelle nimmt es zwar den Schall auf und wandelt ihn in einen elektrischen Impuls um, leitet diesen dann aber über den Hörnerv weiter an unser Gehirn. Dort wird die Information verarbeitet und einem Ton, Geräusch oder der Sprache zugeordnet. Ein komplizierter Ablauf, der dem Hirn Höchstleistung abverlangt. Wenn in diesem Bereich Energieblockaden vorhanden sind, beeinträchtigen sie das ganze Hörsystem. Viele Symptome, vom Betroffenen oft als Nichtveränderbar akzeptiert, können auf eine solche Störung der zentralen Hörfunktionen hinweisen.

HoerablaufSprachverstehen
Leiden unter schnellem Ermüden in akustisch anspruchsvollen Situationen, ausgelöst durch erhöhte Konzentration. Ähnlich klingende Worte werden verwechselt und detailgetreues Sprachverstehen, vor allem in Gruppen, wird teilweise sogar unmöglich.

Richtungshören
Das Orten von Tönen, Geräuschen und Sprachsignalen ist eingeschränkt oder funktioniert überhaupt nicht.

Lärmempfindlichkeit
Erhöhte Sensibilisierung in lärmbelasteten Situationen.

Hörgerät
Trotz optimalem Hörsystem, eingestellt in mehreren Terminen beim Akustiker, bringt es den gewünschten Nutzen nicht. Die akustische Wahrnehmung scheint ungenügend zu sein.

Vergesslichkeit
Wenn das Gehörte nur teilweise oder überhaupt nicht verarbeitet wird.

Lernschwierigkeiten
Konzentrationsschwierigkeiten und unruhiges Verhalten können bei Kindern und Jugendlichen oft beobachtet werden. Das Erlernen von Fremdsprachen, mündliches Rechnen und Diktate schreiben, erfordern eine intakte Hörwahrnehmung.


BESUCH BEIM OHRENARZT ODER AKUSTIKER
Voraussetzung für gutes Hören ist eine reibungslose Übergabe der akustischen Signale von den Ohren zum Gehirn. Die Fachperson prüft diese Funktion des peripheren Hörapparates. Eine solche Abklärung wird im Idealfall bei einem Ohrenarzt gemacht. Ein Besuch beim Akustiker ergibt erste Erkenntnisse, bei Handlungsbedarf leitet dieser den Klienten an einen Facharzt weiter.